Entsorgung

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Entsorgung – nur was abgerissen wird, kann auch entsorgt werden ...

... auch, wenn der Abriss weniger detailliert kalkuliert wird als die Entsorgung.

Die Entsorgung wird bei Bauen im Bestand automatisch in einem separaten Gewerk kalkuliert. Sie ist weder mit dem Abriss noch mit dem Transport identisch, setzt jedoch grundsätzlich einen erfolgten Abriss voraus. Warum ist das so?

In der Regel sind die Einheiten unterschiedlich. Die Entsorgung wird nach Gewicht kalkuliert.  Der Abriss wird häufig in Stück je Größe – Fenster bis 1,3 m, Fenster bis 2,5 m und Fenster über 2,5 m – oder mit diversen Positionen, in unterschiedlichen Einheiten kalkuliert. Zum Beispiel ein "neues Fenster inkl. Öffnung in Bestandswand in Mischbauweise einbringen":

 

 

m² - Abriss bzw. Rückbau der Mischbauweise-Bestandswände im Bereich der neuen Öffnungen

lfdm - Anschlussausbildung an bestehende Fassade für neue Öffnungen ohne Fassadensanierung

lfdm - Laibung für neue Öffnungen in Mischbauweise-Bestandswänden herstellen

Stck - neue Öffnung in Bestandswand einbringen

lfdm - Öffnung an Bestandswand antragen

lfdm - Öffnungsüberbau für neue Öffnungen in Mischbauweise-Bestandswänden erstellen

lfdm - Öffnungsüberbau für neue Öffnungen in Mischbauweise-Bestandswänden erstellen

Stck - partielle Abstützung der Öffnungen in Mischbauweise-Bestandswänden, beim Einbringen je 50 cm

m² - Zulage "Abriss bzw. Rückbau" für Öffnungen in Mischbauweise-Bestandswänden - für Wandstärken ab 30 cm

lfdm Zulage "Öffnungsüberbau" der Öffnungen in Mischbauweise-Bestandswänden für Wandstärken ab 30 cm

 

Mischschrott bringt Geld, daher werden keine Entsorgungskosten kalkuliert

Alles aus dem Bereich „Mischschrott (1003)“ bringt in der Entsorgung Geld und wird daher nicht als Entsorgung kalkuliert oder als Einnahme „gegengerechnet“. Wir haben zwar die relevanten Positionen dafür hinterlegt, kalkulieren hier aber aus vorstehenden Gründen keine Gewichte für den Mischschrott.

 

Vom Großen zum Kleinen

Wird eine Wand abgerissen, so wird dieser Abriss kalkuliert. Das Fenster oder die Tür, die in dieser Wand sind und ebenfalls mit abgerissen werden sollen, fallen dabei kalkulatorisch für den Abriss ebenso wenig „ins Gewicht“, wie eine Außendämmung oder eine Innenverkleidung. Bei der Entsorgung hingegen wird dies alles einzeln betrachtet und „sortenrein“ kalkuliert.

 

Das wohl anschaulichste Beispiel für den unterschiedlichen Detaillierungsgrad ist der „Dachgeschoss KOMPLETT-ABRISS“. Die häufig bei Aufstockungen zur Ausführung kommende Variante, welche lediglich am Dachstuhl eingestellt werden muss, führt dazu, dass das komplette Dach mit seinem gesamten Aufbau, etwaige Einbauten wie Dachfenster, mit allen Wänden, die unter ihm enden (und deren Einbauten), als Abriss kalkuliert wird. Häufig kommt hier nicht nur „sprichwörtlich“ der Bagger zum Einsatz. Der Wandabriss wird zwar in eigenen Positionen preislich bewertet (viel günstiger, als bei einzelnen Wandabrissen) und das war dann auch schon alles. Bei der Entsorgung hingegen wird alles „sortenrein“ in den jeweiligen Materialgruppen kalkuliert.

 

Beispielhafte Entsorgung:

Entsorgung_1

 

Im Vergleich zum Abriss Wänden und Dach:

Entsorgung_2

Entsorgung_3

Nicht jede „Kleinigkeit“ wird einzeln entsorgt

Während die vorstehenden Beispiele von gedämmten Wänden mit Innenbekleidung zur Kalkulation aller drei Materialien geführt haben, ist dies beim etwaigen Grundputz und der Tapete nicht der Fall. Der Grundputz wird nur dann entsorgt, wenn er explizit einzeln abgerissen wird, da er sonst als Bestandteil der Wand betrachtet wird. Die Tapete wird hingegen auch beim separaten Abriss nicht einzeln als Entsorgung kalkuliert. Es gibt eben auch ein „zu detailliert“.

 

Woher kennt die Kalkulation die Gewichte für die Entsorgung?

Da die Entsorgung in der Regel in Tonnen oder Kilogramm kalkuliert wird, muss aus dem 3D Modell jeweils ein Mengenansatz ermittelt werden, mit dem unter Verwendung einer gemittelten Gewichtsinformation das Entsorgungsgewicht ermittelt werden kann. Dies ist mal eine "Stück"-Information – Badewanne 0,059 t – mal ein Flächenwert – Betonziegel 0,045 t/m²– und mal ein Volumenwert – Beton 2,3 t/m³. Alle diese Entsorgungsgewichte sind durch die Kollegen unserer Arbeitskreise, welche seit vielen, vielen Jahren im Sanierungsbereich aktiv sind, nach bestem Wissen und Gewissen für Sie bereits vollständig als Festwerte hinterlegt. Beim Start mit Bauen im Bestand empfiehlt es sich, hier einmal die Werte zu prüfen und gegebenenfalls an Ihre regionalen Besonderheiten anzupassen.

 

In einem Projekt ist plötzlich alles anders.

Der heutige Standard ist die Individualität und im Bestand darf dies schon fast als Grundlage von Allem gelten. Aus diesem Grund wurden als technische Basis Festwerte verwendet, welche für jeden Bereich einzeln angelegt wurden – die Bekleidung der Wand ist ebenso, wie die der Decke und des Daches, JEWEILS ein einzelner Wert. Diese sind zwar im Standard auf das üblichste Material - Gipskartonbauplatte ca. 9 kg/m² - voreingestellt, können jedoch jederzeit im Projekt einzeln angepasst werden. Sie können so im konkreten Projekt, ohne die Stücklisten anpassen zu müssen, „ungewöhnlich“ dimensionierte Holzquerschnitte ebenso einfach berücksichtigen, wie doppelt und dreifach Bekleidungen.